Presseartikel der Jahre 1966 - 1975



Unter neuem Dirigenten „Sangeslust" geschlossen


Erfolgreiches Konzert im Ludwig-Steil-Haus


Es hat dem Vorsitzenden des MGV Sangeslust nach dem „großen Dirigentenwechsel" vor einigen Jahren manchen Kummer bereitet, den Chor über die Krise hinwegzuretten. Aber die Mühen von Bernhard Krengel und seinen Getreuen haben sich gelohnt. Bei dem Konzert, das der Chor Samstag im Ludwig-Steil-Haus gab, stellte er sich in einer bemerkenswerten Geschlossenheit vor.

Heinz Roesberg, nebenbei der einzige im Sängerkreis Wattenscheid tätige Chorleiter, der die goldene DSB-Dirigentennadel trägt, ist ein Gesangspädagoge der alten Schule. Er weiß, an welche Aufgaben er seine Sänger heranführen kann. Bei seinem ersten Konzert in Wattenscheid beschränkte er sich jedenfalls auf Sätze, die in ihrem schlichten Melodienfluß keine überhöhten Anforderungen an die Vortragenden stellen.

Die Auswahl dieser Gesänge, bis auf eine Ausnahme dem Liederschatz Friedrich Silchers entlehnt, war jedoch nicht das Entscheidende. Bestimmend war für den Verlauf des Konzerts die Vortragsart. Auch in diesem Punkt ließ Heinz Roesberg gesunde Musikalität erkennen, indem er die Lieder so formte, daß ihnen bei aller ausgesucht künstlerisch empfundener Phrasierung der echte Volksliedcharakter erhalten blieb. Das erkannten die Zuhörer dankbar an.

Aufgelockert wurde die vokale Darbietungsfolge durch Vorträge des vor Heinz Heinemann geleiteten Wattenscheider Akkordeonorchesters, das mit musikalischem Einfühlungsvermögen Kompositionen von Karl Komzak, H. F. Husadel, Silcher-Mahr und Möller spielte. Erfreulicherweise durften sich auch die Zuhörer wieder einmal in den bunten Reigen einschalten, indem sie aufgefordert wurden, die beiden Silcher-Weisen „In einem kühlen Grunde" und „Das Lieben bringt groß' Freud“ mitzusingen. Sie kamen dieser Aufforderung willig und mit Begeisterung nach, besonders, als der nette Abend mit dem Kanon „Himmel und Erde werden vergehn" mit Einschaltung des Chors und des Orchesters ausklang.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 31.10.1966



Akkordeon Orchester Vize-Europameister


Zu einem grandiosen Erfolg kam das Wattenscheider Akkordeon Orchester unter Leitung von Heinz Heinemann beim diesjährigen Weltfestival im Rahmen der Wiener Internationalen Gartenbauausstellung. Die Wattenscheider holten sich mit dem zweiten Rang die Vize-Europameisterschaft. Den Titel holte sich ein Orchester aus Graz.

Damit feierte das Wattenscheider Orchester seinen bisher größten Erfolg. Unter den 23 Orchestern schlugen sich die Wattenscheider Akkordeonspieler in der Gruppe "Hauptstufe Junioren" famos. Mit dem Prädikat "ausgezeichnet" holten sie die Vize-Europameisterschaft in die Hellwegstadt. Doch nicht nur diesen Titel brachten die Wattenscheider mit nach Hause. Der Österreichische Harmonika-Verband zeichnete sie auch noch mit einem Pokal aus.

Heinz Heinemann hofft, daß durch diesen außergewöhnlichen Erfolg die Popularität und das Interesse an der Arbeit des Akkordeon Orchesters in Wattenscheid gefördert und vergrößert wird. Vielleicht steht man dann einen Tages ganz oben auf dem Treppchen.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 28.9.1974

 

zurück    zurück zur Übersicht    weiter